In München stehen große Entwicklungen ins Haus. Die geplante Erweiterung der Müllritterstraße ist ein zentrales Projekt, das nicht nur neue Wohngebiete erschließen, sondern auch das Leben der Anwohner stark beeinflussen könnte. Geplant sind bis zu 1700 Wohnungen sowie ein Schulcampus, Kitas, Sportflächen und Geschäfte auf dem Lerchenauer Feld. Doch während die Stadtverwaltung auf Fortschritt setzt, wächst in der Anwohnerschaft die Besorgnis über drohendes Verkehrschaos, besonders während der Schulzeiten. So berichtet die tz von den Bedenken der Anwohnerin Bettina Schulz, die bereits vor zehn Jahren für den Wendehammer 10.000 Euro pro Partei bezahlt hat und sich nun erneut mit möglichen zusätzlichen Kosten auseinandersetzen muss.
Das geplante Straßenprojekt umfasst eine Verbreiterung der Müllritterstraße, die Schaffung eines Fußwegs und die Verbesserung der Fahrbahnentwässerung. Zudem soll die Beleuchtung auf Vordermann gebracht und der Wendehammer nach Süden verlegt werden. Während die Höhe der Beiträge, die die Anwohner möglicherweise zahlen müssen, bereits für Diskussionen sorgt, ruft der CSU-Politiker Martin Obersojer die Erschließungskosten in den Fokus. Die Anwohner könnten zur Kasse gebeten werden, obwohl sie die Straße nur eingeschränkt nutzen können. Die Abendzeitung hebt hervor, dass es noch unklar ist, wie genau die Kosten für die Anwohner bemessen werden sollen, da diese nach dem Abschluss aller Änderungswünsche festgelegt werden.
Nächste Schritte und Anforderungen
Der Bezirksausschuss fordert eine frühzeitige Information der Anwohner über mögliche Kosten. Um die Belastungen für die Anwohner zu verringern, werden Vorschläge wie Pollersteuerung oder Anliegerschranken in den Raum geworfen. Die Bedenken der Anwohner stehen im Kontext einer umfassenden Verkehrswende, die in München notwendig ist. Laut den Visionen des Stadtentwicklungsplans 2040 soll die Mobilität in der Stadt neu gedacht werden. Der Plan sieht eine Stärkung des Radverkehrs, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Reduzierung des Autoverkehrs vor, um eine klimafreundlichere Fortbewegung zu fördern. Dies wird auch durch die Zunahme der Pendlerzahlen in der Metropolregion München erforderlich, die für Arbeit, Ausbildung oder Freizeit immer wieder nach München strömen.
Ein Erfolgsprojekt in der Innenstadt wird zudem die Umgestaltung des Willy-Brandt-Platzes in Riem sein. Hier entstehen eine attraktive Grünfläche und ein Brunnen für insgesamt 18,6 Millionen Euro. Auch am Curt-Mezger-Platz in Milbertshofen wird derzeit eine Neugestaltung angedacht, die Falschparker reduzieren und die Aufenthaltsqualität verbessern soll. Der entsprechende Ausschuss hat die Planung bereits auf den Weg gebracht – die Kosten sind dabei jedoch noch unklar. Das Bauvorhaben zur Trambrücke über den DB-Nordring, das die Stadt München mit 54 Millionen Euro unterstützt, wird ebenfalls künftig für mehr Mobilität sorgen und somit die bisherigen Verkehrsströme entlasten.
Mit all diesen Maßnahmen beabsichtigt die Stadt clearly, den Herausforderungen in der Verkehrsinfrastruktur und Stadtentwicklung gerecht zu werden, um die Lebensqualität für alle Münchnerinnen und Münchner zu verbessern. Eine spannende Zeit steht also bevor – sowohl für die Anwohner als auch für die Pendler, die in der wachsenden Metropole München unterwegs sind.