München hat einen neuen Oberbürgermeister! Dominik Krause von den Grünen, 35 Jahre alt, hat bei der gestrigen Stichwahl einen klaren Sieg über den bisherigen Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD davongetragen. Mit dieser Wahl wird Krause der erste Grüne Oberbürgermeister einer Millionenstadt in Deutschland und zudem ein Meilenstein in der Münchner Stadtgeschichte. Krause konnte in 18 von 25 Stadtbezirken gewinnen, was das Ende der 72-jährigen Vorherrschaft der SPD in München markiert. Die Stimmung für die Grünen ist spürbar gewachsen, was sich in den Wahlergebnissen niederschlägt. Die tz berichtet, dass Krause in zentralen Vierteln außergewöhnliche Ergebnisse erzielt hat.
Die Wahlparty in München war von einem historischen Gefühl geprägt, als Krause sich für das „gigantische Vertrauen“ bedankte. Im ersten Wahlgang hatte er Reiter bereits in die Stichwahl gezwungen, was für viel Aufsehen sorgte. Besonders bemerkenswert in dieser Wahl war, dass Krause in den beliebtesten Stadtteilen wie Maxvorstadt (67,2 %), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (71,1 %) und Sendling (66,8 %) äußerst hohe Stimmenanteile erhielt. Reiter hingegen konnte lediglich in sieben Stadtbezirken punkten und erreichte seine stärkste Unterstützung in Feldmoching-Hasenbergl mit 60,7 %. Der BR fügt hinzu, dass Krause auch für seine kontroverse Aussage, das Oktoberfest sei die „weltweit größte offene Drogenszene“, bekannt wurde.
Krauses Wurzeln und Visionen
Geboren in München und aufgewachsen in Moosach und Untermenzing, hat Krause Physik studiert und trat in die Grünen ein, nachdem ihn ein Neonazi-Aufmarsch schockierte. Diese Entscheidung prägt nun seine politische Haltung und die Überzeugung, dass Vielfalt und Toleranz wichtig sind. Bevor er in den Stadtrat gewählt wurde, war er schon als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „München ist bunt“ aktiv, der sich gegen Extremismus einsetzt. Laut ZDF wird Krause eine frische Brise ins Rathaus bringen, mit dem Ziel, 50.000 neue Wohnungen zu schaffen, um die Wohnsituation in München zu verbessern.
Nach dem Wahlsieg zeigte sich Krause bescheiden und ehrte seinen Verlobten Sebastian, der ihn während des Wahlkampfs unterstützt hat. Kritiker, die ihn für zu jung halten, können sich an Hans-Jochen Vogel erinnern, der 1960 mit 34 Jahren Oberbürgermeister wurde. Krause hat also nicht nur das Vertrauen der Wähler gewonnen, sondern auch bewiesen, dass frischer Wind im Rathaus durchaus willkommen ist. Mit einem klaren Fokus auf bezahlbares Wohnen wird der neue Oberbürgermeister nun an seine Pläne arbeiten, um München für alle Bürgerinnen und Bürger lebenswert zu gestalte.
In den kommenden Monaten wird die politische Landschaft in München unter Krauses Führung weiter gespannt verfolgt. Besonders die Reaktionen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dürften von Interesse sein, denn dieser wird die Entwicklungen im Münchner Rathaus nun genau beobachten. Eines ist sicher: München steht ein aufregendes Kapitel bevor.



