Die Münchner Altstadt wird grüner! Der Stadtrat hat die Begrünung der Fußgängerzone beschlossen, um den Besuchern mehr Schatten und ein angenehmeres Ambiente zu bieten. In einem ersten Schritt sollen 150 neue Baumstandorte in der Fußgängerzone und angrenzenden Straßen geschaffen werden. Diese Maßnahme ist nicht nur ein Gewinn für das Stadtbild, sondern auch ein wichtiger Schritt gegen die zunehmende Sommerhitze in der Stadt. Prognosen zufolge könnten die Höchsttemperaturen in den nächsten Jahrzehnten um bis zu neun Grad steigen, was immer mehr sommerliche Tage erwarten lässt. Damit auch die Altstadt den Herausforderungen der Klimakrise gewachsen ist, hat sich der Stadtrat für diese Begrünung entschieden, wie tz.de berichtet.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise durch das Baureferat, das bereits 125 geeignete Plätze in der Fußgängerzone sowie 41 in angrenzenden Straßen identifiziert hat. Erste Pflanzungen sind für den Herbst 2026 in der Sendlinger Straße geplant. Die Bäume werden dabei in vier Kategorien eingeteilt, wobei die ersten Pflanzungen einer intensiven Planung bedürfen und in der zweiten Kategorie erst 2028/29 folgen sollen. Die Bürger wünschen sich Klarheit über die Vorhaben, vor allem vor der anstehenden Kommunalwahl, wie der ÖDP-Fraktionschef Tobias Ruff betonte. Dabei muss auch eine Gebührenstruktur für die Pflege und den Schutz dieser grünen Investitionen geklärt werden. Zudem wird die Neugestaltung des Blindenleitsystems im Zuge dieses Projekts umgesetzt, um blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung zu erleichtern. Süddeutsche.de ergänzt die Infos über die zahlreichen Abstimmungen, die mit verschiedenen Beteiligten, wie der Feuerwehr und Versorgungsträgern, in Angriff genommen werden müssen.

Finanzierung und Herausforderungen

Die Finanzierung des Projekts wird durch Spendengelder aus der Aktion „Schatten Spenden“ sowie durch Rückführungen von Fördermitteln gewährleistet. Rund 170.000 Euro aus Spendengeldern stehen zur Verfügung, während die KfW-Förderbank und die Regierung von Oberbayern weitere Fördergelder in Aussicht gestellt haben. Dennoch schätzt das Baureferat, dass die Begrünung komplizierter und teurer wird als ursprünglich gedacht. Die Kosten pro Baumstandort können bis zu 100.000 Euro betragen, was für die 24 Bäume der ersten Kategorie zwischen 1,8 und 2,3 Millionen Euro kosten könnte.

Ein weiterer Aspekt des Projekts sind die neu geplanten unterflur Abfallbehälter in der Sendlinger Straße, die helfen sollen, die Anzahl der täglichen Leerungen zu reduzieren. Zwei bis vier dieser Behälter sind zunächst für Testzwecke vorgesehen. Es ist notwendig, eine angemessene Stückzahl zu installieren, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Ob die Pläne jedoch rasch umgesetzt werden, hängt vom genehmigenden Stadtrat ab. Die CSU plant zudem, über strittige Standorte zu diskutieren, wenn Anliegerinteressen betroffen sind.