Das Orgelzentrum Valley ist nicht nur eine beeindruckende Sehenswürdigkeit, sondern auch ein wahres Paradies für Liebhaber der Orgelmusik. Gegründet im Jahr 1987 von Sixtus Lampl, hat sich das Zentrum zur größten Sammlung von Orgeln weltweit entwickelt, mit über 60 Exemplaren. Die Leidenschaft für diese faszinierenden Instrumente begann bereits 1983, als Lampl die Koulen-Orgel der Martinskirche in Landshut vor der Verschrottung bewahren wollte und sie schließlich selbst erwarb. Gemeinsam mit seiner Frau Inge gründete er dann das Orgelzentrum im Alten Schloss in Valley, das er bis heute mit Bravur betreibt.
Das Orgelzentrum, malerisch gelegen auf dem Burgberg oberhalb des Mangfalltals, umfasst drei denkmalgeschützte Gebäude: das Alte Schloss, die Zollingerhalle und den Bundwerkstadel. In der Zollingerhalle, einer ehemaligen Sägewerkshalle, finden sich sechs konzertfähige Orgeln, die in einem akustisch optimalen Raum präsentiert werden. Die samtig-trockene Akustik, die durch die Holzgewölbe-Konstruktion von Zollinger um 1918 erzeugt wird, sorgt für ein unvergessliches Klangerlebnis für bis zu 200 Zuhörer. Hier ist auch die größte spielbare Orgel des Orgelzentrums, die Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1956, beheimatet.
Die Schätze des Orgelzentrums
Die Moser-Orgel der Basilika Gößweinstein, das größte Einzelstück im Alten Schloss mit 42 Registern, ist ein weiteres Highlight der Sammlung. Diese Orgel wurde 1939 erbaut und konnte 1987 von Lampl gerettet werden. Neben der Moser-Orgel gibt es die Röver-Orgel von 1896, die im „Klingenden Depot“ zur Demonstration des Funktionsprinzips der vollmechanischen Kastenladen ausgestellt ist. Auch die Bittner-Orgel von 1890 und die Kinoorgel, die 1927 für das Capitol-Kino in Heidelberg erbaut wurde, runden das eindrucksvolle Angebot ab.
Ein besonders interessanter Aspekt des Orgelzentrums ist das „Klingende Depot“, wo verschiedene Traktur- und Windladensysteme ausgestellt sind. Hier kann man nicht nur den Klang der Orgeln erleben, sondern auch die Mechanik hinter den Instrumenten verstehen. Im Keller des Orgelzentrums finden sich viele Spieltische und Orgelsysteme, darunter die letzte bayerische Romantik-Großorgel aus St. Martin in Landshut.
Ein Ort der Begegnung und des Wissens
Sixtus Lampl, der Leiter des Orgelzentrums, führt die Besucher persönlich durch die beeindruckende Sammlung und erklärt die verschiedenen Orgeltypen und deren Funktionsweisen. Seine Leidenschaft für die Orgelmusik und sein Engagement für die Erhaltung dieser kulturellen Schätze sind unverkennbar. „Größte Orgelsammlung der Welt im Herzen Bayerns“, sagt Lampl mit einem stolzen Lächeln.
Die Umgebung des Orgelzentrums ist ebenfalls ein Genuss für die Sinne. Umgeben von den Alpen, Seen und der frischen Luft, lädt der Ort zum Verweilen ein. Für eine kulinarische Pause wird jedoch empfohlen, die Gaststätte auf dem Schlossgelände zu meiden und stattdessen das Monte Mare zu besuchen, das als besonders schön beschrieben wird.
Die Eröffnung eines unterirdischen Verbindungsbaus zwischen den Gebäuden, die im Dezember 2025 eingeweiht werden soll, wird das Erlebnis im Orgelzentrum weiter bereichern. Der Anbau, der von 2008 bis 2010 realisiert wurde, hat bereits Platz für weitere Orgeln geschaffen und ermöglicht einen noch besseren Zugang zu den beeindruckenden Sammlungen.
Wer die Gelegenheit hat, das Orgelzentrum Valley zu besuchen, sollte sich diesen kulturellen Schatz nicht entgehen lassen. Hier wird die Faszination der Orgelmusik in all ihren Facetten erlebbar gemacht, und jeder Besuch ist eine Reise durch die Geschichte und die Klänge dieser einzigartigen Instrumente.