In München wird das Radfahren immer attraktiver. Das Münchner Radverkehrsnetz, das aus 14 Routen besteht, führt sternförmig in die Innenstadt und verläuft überwiegend durch Tempo-30-Zonen oder Parks. Separate Radwege und -streifen werden an den Hauptverkehrsstraßen genutzt, um die Sicherheit der Radfahrenden zu gewährleisten. Grundlage für diese Entwicklungen ist der Radentscheid München, der im Juli 2019 vom Stadtrat übernommen wurde. Die Verwaltung hat seither den Auftrag, die Ziele des Radentscheids umzusetzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Rad-Bezirks-Verbindungen, die Stadtteil- und Ortszentren miteinander verbinden.
Im Rahmen einer Anhörung des Mobilitätsreferats im Bezirksausschuss wurde kürzlich über die zukünftige Ausgestaltung des Radwegenetzes diskutiert. Die Grünen schlugen vor, die Freischützstraße als eigenständige Route aufzunehmen und die Possartstraße neu in den Plan einzufügen. Während die SPD den Vorschlag unterstützte, kritisierten CSU und FDP diesen vehement. CSU-Stadtrat Jens Luther hatte vor der Tagung nach Informationen zu Bogenhausen gefragt, erhielt jedoch keine konkreten Antworten. Samuel Moser von den Grünen wies darauf hin, dass das Mobilitätsreferat nicht für jeden Stadtbezirk spezifische Angaben leisten kann. Trotz der Bedenken stimmte der Bezirksausschuss gegen die Stimmen der CSU einer Behördenvorlage zu. Mehr Informationen dazu gibt es in einem ausführlichen Artikel auf unser-bogenhausen.de.
Die Entwicklung des Radlrings
Ein zentrales Projekt der Stadt ist der durchgängige und sichere Radlring rund um die Altstadt. Der erste Teilabschnitt an der Blumenstraße wurde im Sommer 2020 fertiggestellt und bietet beidseitige Radwege mit 2,80 Meter Breite und einem 50 Zentimeter breiten Sicherheitstrennstreifen. Auch der Thomas-Wimmer-Ring wird mit Radwegen in beide Richtungen ausgestattet, die ebenfalls 2,80 Meter breit sind und mindestens 2,30 Meter in Engstellen messen. Dieser Ausbau ist das Ergebnis des Neubaus einer Tiefgarage in der Umgebung.
Die Umgestaltung des Sendlinger-Tor-Platzes ist im Rahmen der Erneuerung des U-Bahnhofes geplant, mit 2,80 Meter breiten, grün eingefärbten Radwegen, die ab 2024 zur Verfügung stehen werden. Auch der Maximiliansplatz wird Teil des Altstadt-Radlrings und der Radschnellverbindung nach Garching. Die baulich getrennten und eingefärbten Radwege sind seit 2023/2024 in beiden Richtungen verfügbar.
Weitere Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs
Die Stadt München hat sich zudem das Ziel gesetzt, bis September 2025 verschiedene Maßnahmen umzusetzen, darunter neue Querungen über die Stadelheimer Straße und den Umbau der St.-Magnus-Straße sowie der Zeppelinstraße. Um die Schulwegsicherheit zu erhöhen, wird seit April 2025 die fuß- und fahrradfreundliche Rheinstraße gebaut. München hat mittlerweile über 100 Fahrradstraßen eingerichtet, mit der ersten reinen Fahrradstraße, die im September 2024 eröffnet werden soll.
Um den Radverkehr weiter zu fördern, sind geschützte Radfahrstreifen geplant, beispielsweise in der Lindwurmstraße und der Schwanthalerstraße. Jährlich werden etwa 2000 neue Fahrradabstellplätze im öffentlichen Raum geschaffen, einschließlich überdachter Bike+Ride-Stationen an U-Bahnhöfen, deren Fertigstellung für den Herbst 2024 angedacht ist. Darüber hinaus wird es Pilot-Räumrouten für Fahrradstraßen und bauliche Radwege geben, die seit Winter 2023/2024 in Betrieb sind.
Die Stadtverwaltung hat auch eine „Grüne Welle“ für den Radverkehr auf verschiedenen Straßen eingerichtet, die auf eine Geschwindigkeit von 20 km/h abgestimmt ist. Dies ermöglicht eine reibungslose Fahrt für Radfahrende, während der öffentliche Nahverkehr Vorrang hat. Um die Sicherheit an Kreuzungen zu erhöhen, werden knapp 70 Einmündungen mit einem grünen Abbiegepfeil für Radverkehr bei roter Ampel ausgestattet. Weitere Informationen zu diesen Projekten sind auf muenchenunterwegs.de zu finden.
Die Entwicklung des Radwegenetzes in München zeigt, dass die Stadt ernsthaft daran arbeitet, das Radfahren als umweltfreundliche und gesunde Fortbewegungsart zu fördern. Mit den fortlaufenden Verbesserungen und dem Ausbau der Infrastruktur wird München für Radfahrende immer attraktiver.