In München wird die digitale Zukunft des Schienenverkehrs greifbar. Eurailpress berichtet über innovative Entwicklungen im Bereich der privaten 5G-Netzwerke. Rüdiger Hnyk, der Chief Operational Officer von Boldyn Networks Germany, hebt hervor, dass diese Netzwerke im Fernverkehr eine Schlüsselrolle spielen könnten, insbesondere an kritischen Stellen wie Bahnübergängen. Die Möglichkeit, Informationen in Echtzeit an den Führerraum zu übermitteln, könnte Triebfahrzeugführern helfen, vorausschauender zu fahren.
So gab es kürzlich in München-Steinhausen einen spannenden Test. Boldyn Networks, ein Unternehmen, das auf private 5G-Netzwerktechnologie spezialisiert ist, hat dort einen S-Bahn-Zug erstmals aus der Ferne gesteuert. Boldyn hat ein privates 5G-Netzwerk für die Deutsche Bahn entwickelt, das während dieses Tests erfolgreich genutzt wurde. Ein umgerüstetes Fahrzeug der Baureihe 423 wurde dabei von einer Betriebsstation aus gesteuert—eine Premiere für die DB.
Effizienzsteigerung durch Fernsteuerung
Mit der neuen 5G-gestützten Fernsteuerungstechnologie, auch bekannt als Remote Train Operation (RTO), wird der gesamte Prozess effizienter gestaltet. Normalerweise muss der Lokführer zum Fahrzeug gehen, um die Fahrerkabine eventuell zu wechseln. Dank der fortschrittlichen Technologie kann diese Arbeitslast nun erheblich reduziert werden, was die Sicherheit und Effizienz der Abläufe steigert. Gleichzeitig ermöglicht die stabile und latenzarme Kommunikation eine reibungslose Übertragung von Daten zwischen Zug, Sensoren, Kameras und der Steuerstation.
Die Deutsche Bahn hat darüber hinaus einen Rahmenvertrag mit Boldyn zur Planung, zum Aufbau und zur Wartung dieser privaten 5G-Netzwerke unterzeichnet. Details zum Umfang und zur Höhe des Vertrages werden nicht veröffentlicht, jedoch ist klar, dass Krefeld und Cottbus somit als zentrale Standorte für die Entwicklung und Erprobung dieser Technologien betrachtet werden.
Mehr Sicherheit im Verkehr
Doch nicht nur im Schienenverkehr sorgen 5G-Netzwerke für Fortschritte. Auch die Straßenverkehrssicherheit profitiert von der neuen Technologie. Ein Projekt namens 5GoIng, gefördert vom BMDV, hat gezeigt, dass Echtzeitkommunikation zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur möglich ist. Fraunhofer präsentierte die Möglichkeit, Verkehrsteilnehmer frühzeitig vor Gefahren zu warnen. Besonders hervorzuheben sind 5G-gesteuerte LED-Beleuchtungssysteme, die die Sicherheit an Fußgängerüberwegen erhöhen können. Solche innovativen Ansätze zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zeigen, wie vielseitig 5G-Technologien angewendet werden können.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Technologien weiterentwickeln und ob sie die Mobilität in Deutschland nachhaltig verändern können. Mit den laufenden Tests und Projekten stehen wir erst am Anfang dieser digitalen Revolution im Bereich Verkehr.