Im Maximilianeum in München wird am 2. März 2026 der Tag der Archive gefeiert. An diesem besonderen Tag wird das Archiv des Bayerischen Landtags in den Fokus gerückt. Es sammelt seit vielen Jahren Parlamentsmaterialien, darunter Anträge, Beschlüsse und Protokolle. So wurden seit 1946 bis zum Ende der 18. Wahlperiode im Jahr 2023 beeindruckende 211.775 Drucksachen sowie Protokolle von 2.455 Vollversammlungen archiviert. Auch 3.476 Gesetzentwürfe und etwa 186.904 Petitionen fanden ihren Platz im Archiv. Diese Dokumente dokumentieren nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart für die Zukunft und bieten Einblicke in den parlamentarischen Werdegang aller Abgeordneten.

Das Landtagsarchiv erfüllt die wichtige Aufgabe, Parlamentsmaterialien zu sammeln, zu erschließen und zur Verwendung bereitzustellen. Es dient als das „Gedächtnis“ des Bayerischen Landtags, was die Relevanz und Bedeutung des Archivs noch einmal unterstreicht. Interessanterweise sind die Materialien mittlerweile nicht mehr nur in Papierform verfügbar, sondern können auch digital abgerufen werden. Mehr Informationen finden Sie direkt auf der Webseite des Bayerischen Landtags.

Statistische Erhebungen in Bayern

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Informationslandschaft in Bayern ist das Bayerische Landesamt für Statistik. Diese Landesoberbehörde ist dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration nachgeordnet und hat sich einen gesetzlich verankerten Informationsauftrag erarbeitet. Es erfasst und bereitet über 350 gesetzlich angeordnete Statistiken auf, die wichtige Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft und Preisen liefern.

Die Statistiken basieren auf einer Vielzahl von Datenquellen, wie beispielsweise Befragungen von Haushalten und Unternehmen oder Daten aus Verwaltungsregistern. Die thematische Gliederung dieser Statistiken ermöglicht es, gezielt auf relevante Informationen zuzugreifen, die über die Datenbank Genesis verfügbar sind. Für wissenschaftliche Zwecke stehen auch Mikrodaten im Forschungsdatenzentrum zur Verfügung. Informationen zu den Angeboten des Bayerischen Landesamts für Statistik sind über deren Internetauftritt abrufbar, der Ende März 2019 aufgrund neuer sicherheitstechnischer Vorgaben neu gestaltet wurde.

Die Geschichte der amtlichen Statistik in Bayern

Die Wurzeln der amtlichen Statistik in Bayern reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden erste Volkszählungen durchgeführt, und 1770/71 fand die erste Volkszählung im Kurfürstentum Bayern statt. Diese frühe statistische Erfassung war von großer Bedeutung für die Militär- und Finanzverwaltung des Staates und wurde durch Persönlichkeiten wie Lorenz Westenrieder geprägt, der bereits 1788 Beiträge zur Statistik veröffentlichte.

Die Entwicklung des Begriffs „Statistik“ wurde im 18. Jahrhundert maßgeblich von Martin Schmeitzel und Gottfried Achenwall beeinflusst. Die heute bekannten statistischen Bureaus wurden im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. 1909 wurde das Statistische Bureau schließlich in ein selbstständiges Landesamt umgewandelt, das heute als Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bekannt ist. Auch die städtische Statistik hat ihren Platz in dieser Entwicklung, mit eigenen Statistischen Ämtern in München (1875), Nürnberg (1900) und Augsburg (1913).

Die Bedeutung von Statistiken für Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie liefern verlässliche Informationen, die für fundierte Entscheidungen unerlässlich sind. Die Erhebung und Aufbereitung dieser Daten ist eine fortlaufende Aufgabe, die den Puls der bayerischen Gesellschaft misst und dokumentiert.