Am kommenden Donnerstag, den 5. März, erinnert das Filmmuseum am St.-Jakobs-Platz in München an den verstorbenen Filmkritiker Hans Schifferle. Diese Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und verspricht, die Erinnerungen an einen leidenschaftlichen Cineasten lebendig zu halten. Der Herausgeber Ulrich Mannes und Rolf Aurich werden den neuen Band „Hans Schifferle. Berufung: Kritiker“ präsentieren und aus Schifferles Filmkritiken sowie Essays lesen. Gleichzeitig stehen die Zeitzeugen dafür, dass Schifferles Perspektiven und seine tief verwurzelte Liebe zum Film nicht in Vergessenheit geraten.
Hans Schifferle, der am Dienstag im Alter von 63 Jahren nach einem langen Kampf gegen Krebs verstarb, hatte einen großen Einfluss auf die Münchner Filmszene. Geboren 1957 in München, wuchs er im Arbeiterviertel Laim auf, wo er die Grundlagen seiner späteren, unermüdlichen Filmbegeisterung legte. Schon früh entdeckte er seine Passion für das Kino, insbesondere für Spätvorstellungen und genrefilmische Besonderheiten. Seine ersten Texte erschienen 1984, und seine unermüdliche Federarbeit hielt bis zu seinem letzten Atemzug an. Schifferle schrieb einzig mit Stift und Zettel und mied den Computer, was seine Authentizität und Hingabe an die Filmkritik unterstreicht.
Filmische Entdeckungen
Schifferle war bekannt für seine positive Herangehensweise an das Kino. Wie sueddeutsche.de berichtet, schrieb er nie einen Verriss und entdeckte in jedem Film verborgene Werte. Insbesondere schrieb er leidenschaftlich über Hollywoods Genrefilme und war stets auf der Suche nach vergessenen Nebendarstellern, die er in einem von der Fernsehkultur dominierten Umfeld ins Rampenlicht rückte. Sein Interesse erstreckte sich auch auf die Porno-Avantgarde der 60er und 70er Jahre, sowie innovative Filmschaffende, die er bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen entdeckte.
Das Filmmuseum wird im Rahmen dieser Veranstaltung auch zwei Filme zeigen: „Scorpio Rising“ von Kenneth Anger und „Orphée“ von Jean Cocteau. Diese Werke spiegeln Schifferles vielfältige Interessen und seine unvoreingenommene Sichtweise wider. Der Eintritt zu diesem besonderen Gedenken beträgt 6 Euro, Mitglieder des Fördervereins MFZ können für 4 Euro an der Veranstaltung teilnehmen. Die Vorverkaufsbedingungen sind einfach: Karten gibt es online oder an der Abendkasse, die eine Stunde vor Beginn öffnet. Das Kino ist zudem barrierefrei und bietet eine Induktionsschleife, was einen weiteren Schritt hin zur Inklusion darstellt.
Ein bleibendes Erbe
Schifferles Erbe bleibt auch nach seinem Tod bestehen. Er gilt als einer der letzten Mavericks der Filmkritik, die nur über das schrieb, was ihm am Herzen lag. Wie vdfk.de beschreibt, hatte er ein gutes Händchen dafür, das Besondere im Alltäglichen zu finden. Dies zeigt sich nicht nur in seiner Arbeitsweise, sondern auch in der Art und Weise, wie er seine Leser und das Publikum für das Thema Film begeisterte.
Die Veranstaltung im Filmmuseum ist ein Anlass, um nicht nur an Schifferle zu erinnern, sondern auch, um sein Engagement für das Kino und die Filmkultur zu würdigen. Die Möglichkeit, Bücher im Kinofoyer zu erwerben, rundet dieses besondere Gedenken ab. Schifferles beeindruckende Karriere und sein ewiger Enthusiasmus für das Kino legen den Grundstein für viele angehende Filmkritiker und cineastisch Interessierte, die in seine Fußstapfen treten wollen.