Heute ist der 2.03.2026, und der Englische Garten in München hat einen neuen Chef: Martin Baumgärtner. Seit dem 1. März 2026 leitet er die Verwaltung dieses beeindruckenden Parks, der mit über 5 Millionen Besuchern jährlich zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt zählt. Baumgärtner, ein gebürtiger Münchner, wuchs an den Maximiliansanlagen auf und bringt eine vielfältige berufliche Erfahrung mit, die ihn unter anderem nach Indien und Mexiko führte. Bevor er diese verantwortungsvolle Position übernahm, war er seit 2024 Technischer Leiter im Englischen Garten und hatte zuvor bei der Bayerischen Schlösserverwaltung begonnen.
Mit der Nachfolge von Thomas Köster, der nach 31 Jahren im Amt in den Ruhestand geht, hat Baumgärtner die Aufgabe, die Kontinuität in einem Park zu gewährleisten, der unter Denkmalschutz steht. Köster hinterlässt eine gut gepflegte Liegenschaft, und Baumgärtner wird sich zunächst auf die Baumpflege konzentrieren, insbesondere aufgrund des Eschentriebsterbens, das die Standfestigkeit der Bäume gefährdet.
Neue Ideen für den Englischen Garten
In seiner neuen Rolle plant Baumgärtner, mehr extensiv gepflegte Blühwiesen zu schaffen. Diese Initiative soll vor allem seltenen Insekten und Vögeln Rückzugsgebiete bieten. Der Zustand der Wege und Bänke im Park ist ein weiteres wichtiges Anliegen, das kontinuierliche Pflege erfordert. Knapp 230 Tonnen Müll werden jährlich aus dem Englischen Garten entfernt, insbesondere während der Sommermonate, wenn viele Besucher feiern. Eine Herausforderung bleibt das Verbot des Surfens an der Eisbachwelle, das von der Stadt ausgesprochen wurde. Baumgärtner betont, dass die Entscheidung über die Zukunft dieser beliebten Attraktion bei der Stadt liegt.
Ein umstrittenes Projekt, das Baumgärtner anstoßen könnte, ist der Bau eines Tunnels, der den Englischen Garten vereinen könnte. Die Realisierung und Finanzierung dieses Vorhabens sind jedoch noch unklar. Baumgärtner selbst nennt den Achtersee am Friedensengel in den Maximiliansanlagen als seinen Lieblingsplatz und verbindet damit sicherlich viele persönliche Erinnerungen.
Ein Blick in die Geschichte
Der Englische Garten hat eine lange und bewegte Geschichte, die über zwei Jahrhunderte zurückreicht. 1789 gab Kurfürst Karl Theodor den Auftrag, an der Isar einen öffentlichen Park anzulegen, der 1792 als Volkspark für rund 40.000 Münchener Bürger eröffnet wurde. Verantwortlich für die ursprüngliche Gestaltung waren Benjamin Thompson, später Reichsgraf von Rumford, und Friedrich Ludwig von Sckell, der als Schwetzinger Hofgärtner bekannt ist. Der Park erhielt seinen Namen, weil er im Stil eines Englischen Landschaftsparks gestaltet wurde, was ihm einen besonderen Charme verleiht.
Die Verwaltung des Englischen Gartens obliegt der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, die auch für den Hofgarten, die Maximiliansanlagen und den Finanzgarten in München zuständig ist. Mit über 65 dauerhaft beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird der Park ganzjährig betreut und gepflegt.
Weitere Informationen zu Martin Baumgärtner und seiner Vision für den Englischen Garten finden Sie in der tz und den Pressemitteilungen des bayerischen Ministeriums für Finanzen und Heimat. Der Englische Garten bleibt ein Ort der Erholung und Natur, der stetig weiterentwickelt wird, um auch zukünftigen Generationen Freude zu bereiten.