In München, genauer gesagt im Stadtteil Lehel, hat die italienische Gastronomie einen neuen Höhepunkt erreicht. Das Restaurant Nuovo Tivoli, eröffnet von Giuseppe Dellaglio und Pasquale Consiglio Ende 2022, bringt nicht nur frische italienische Küche auf die Teller, sondern auch eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Wirt Giuseppe Dellaglio ist seit September ebenfalls für die Pizzeria Nuovo Tivoli verantwortlich, die in einem alten Gebäude mit hohen Decken und Rundbogenfenstern untergebracht ist. Die elegante Atmosphäre, geprägt von weißen Tischdecken, Glaslüstern und Stoffservietten, lädt zum Verweilen ein.
Die Speisen im Nuovo Tivoli sind vielfältig, angefangen bei Amuse-Gueules wie Mini-Calzone und Käsetäschchen bis hin zu neapolitanischen Pizzen, die für ihren hohen, knusprigen Rand und saftigen Belag bekannt sind. Die Preise der Pizzen liegen zwischen 15,80 und 18,50 Euro, während auch andere Gerichte wie Vitello tonnato und Rote-Bete-Carpaccio für 16,50 Euro angeboten werden. Ein futuristischer Pizzaofen ermöglicht den Gästen, beim Pizzabacken zuzusehen, was für ein besonderes Erlebnis sorgt. Die offenen Weine kosten etwa 8,50 Euro für 0,2 Liter. Allerdings gab es auch kritische Anmerkungen zur Qualität einiger Gerichte, wie etwa den Ravioli mit Steinpilzfüllung, die enttäuschten.
Italienische Küche als immaterielles Kulturerbe
Die italienische Küche hat vor kurzem von der UNESCO den Status eines immateriellen Kulturerbes erhalten, was die Bedeutung der kulinarischen Traditionen in Italien unterstreicht. Diese Auszeichnung ehrt nicht nur die Gerichte selbst, sondern auch die Rituale und kulturellen Praktiken, die mit der Zubereitung und dem Verzehr italienischer Speisen verbunden sind. Pier Luigi Petrillo, ein Mitglied der italienischen Unesco-Kampagne, beschreibt das Kochen als „Geste der Liebe“ und als Ausdruck von Fürsorge. Diese Anerkennung könnte nicht nur der italienischen Gastronomie einen Aufschwung bringen, sondern auch die Wertschätzung für kulinarische Traditionen weltweit fördern.
Die italienische Regierung, unter der Führung von Giorgia Meloni, hat das Jahr 2023 genutzt, um die Aufnahme der italienischen Kochkünste zu beantragen. Meloni betont, dass die italienische Küche weit mehr als nur Essen ist; sie steht für Kultur, Tradition, Arbeit und Wohlstand. Diese Sichtweise wird von vielen unterstützt, da die italienische Küche auch als ein Mittel zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und zur Weitergabe von Fertigkeiten über Generationen hinweg angesehen wird.
Ein Blick in die Zukunft der italienischen Gastronomie
Die Entscheidung der UNESCO, die italienische Küche als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen, ist ein bedeutender Schritt und könnte dazu führen, dass das Interesse an italienischen Kochkünsten weiter wächst. Ähnliche Effekte wurden bereits bei der Auszeichnung der Weinkultur auf Pantelleria festgestellt, wo der Agrotourismus um 500 Prozent zulegte. Mit der zunehmenden Beliebtheit von Pizzabackkursen, die um 284 Prozent stiegen, nachdem das Pizzabacken im Jahr 2017 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde, zeigt sich, dass die Menschen mehr über die kulinarischen Traditionen erfahren möchten.
Das Nuovo Tivoli in München ist ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung von Tradition und modernem Genuss. Die Gäste können die italienische Küche in einer stilvollen Umgebung erleben und somit Teil einer lebendigen Kultur werden, die nun auch international gewürdigt wird. Für weitere Informationen über das Restaurant besuche die Süddeutsche Zeitung.