Im Kreuzviertel tut sich einiges im Hinblick auf den geplanten Radweg RS1. Dieser soll die Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger erhöhen und die Lebensqualität im Viertel verbessern. Dennoch stehen die Planungen vor Herausforderungen. Die politischen Entscheidungsträger sind gefordert, eine Balance zwischen verbesserter Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger und der Beibehaltung von Parkplätzen zu finden. Diese Thematik sorgt für ein gemischtes Stimmungsbild unter den Anwohnern, wie auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Olaf Meyer (SPD) feststellt. Er äußert Zweifel, dass eine Bedarfsanalyse zur Lösung der Parkproblematik beigetragen hätte. Zudem kritisiert Meyer die unzureichenden Carsharing-Optionen und fordert 200 bis 300 zusätzliche Carsharing-Plätze. Es gibt ungenutzte Parkflächen, etwa an Supermärkten, die für Anwohner zugänglich sein könnten. Dies könnte eine Lösung für das Parkproblem im Viertel darstellen.
Einheitlichkeit herrscht darüber, dass es keinen Rechtsanspruch auf Parkraum gibt und ein Umdenken in der Verkehrspolitik notwendig ist. Dirk Fuß von den Grünen unterstützt diese Sichtweise und betont die Notwendigkeit von Kompromissen. Ursprünglich war ein größerer Parkplatzabbau vorgesehen, doch die Zahl der zu reduzierenden Stellplätze wurde von 204 auf 176 gesenkt. Diese Anpassung zeigt, dass die Politik auf die Anliegen der Bürger reagiert, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Gesche Creon-Tigges von der CDU kritisiert in diesem Zusammenhang die versäumte Gelegenheit zur Prüfung von Quartiersgaragen-Standorten.
Die Herausforderungen der Verkehrsinfrastruktur
Die Diskussion um Parkmöglichkeiten und Carsharing ist nur ein Teil des umfangreichen Themas Verkehrsinfrastruktur im Kreuzviertel. Eine Kontaktaufnahme mit der Stadtverwaltung und den politischen Entscheidungsträger*innen könnte dabei helfen, die Ziele der Anwohner zu fördern. Ein wichtiger Aspekt ist das Konzept „Fair-Parken“, das einen Kompromiss zwischen der gesetzeswidrigen Nutzung der Gehwege und der Durchsetzung von Parkverboten darstellt. Hierbei sind klare Markierungen und Bedingungen nötig, wie eine Gehwegbreite von mindestens 2,00 Metern und eine Restfahrgasse von mindestens 3,10 Metern.
Ein weiterer Punkt ist die Problematik der Müllbehälter, die laut Abfallsatzung nur am Vorabend und am Tag der Abholung auf den Gehwegen stehen dürfen. Immer mehr Müllbehälter stehen jedoch dauerhaft dort, was die Gehwege verengt und die Aufenthaltsqualität senkt. Auch das Thema der besitzlosen Fahrräder im Viertel wird angegangen, da eine geplante Einsammlung von Fahrradschrott dazu beitragen soll, die Gehwege wieder begehbar zu machen.
Der Blick in die Zukunft
Die Bemühungen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur stehen nicht isoliert da. Sie sind Teil des Sonderprogramms „Stadt und Land“ (SP „S&L“), welches Investitionen in Radverkehrsprojekte in Städten und Kommunen unterstützt. Dieses Programm ist ein Bestandteil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung und hat das Ziel, die Attraktivität des Radverkehrs durch höhere Verkehrssicherheit und bessere Bedingungen im Straßenverkehr zu steigern. Dazu gehören unter anderem die Herstellung flächendeckender, getrennter und sicherer Radverkehrsnetze und der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, insbesondere für Lastenräder.
Die Maßnahmen umfassen auch die Schaffung sicherer und moderner Abstellanlagen, die für den Erfolg des Radwege-Ausbaus entscheidend sind. Konkrete Projekte, wie der Neu-, Um- und Ausbau von Radwegen, Fahrradstraßen und Radwegebrücken, sind dringend notwendig, um den Radverkehr im Kreuzviertel zu fördern.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Initiativen und Diskussionen zeigen, dass die Bürger und die Politik gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ein Umdenken ist erforderlich, um das Kreuzviertel für alle Verkehrsteilnehmer lebenswerter zu gestalten. Weitere Informationen zu den Zielen und Maßnahmen finden Sie in den Artikeln von wirindortmund.de und verkehrswendeimkreuzviertelms.de. Für weiterführende Informationen über Fördermöglichkeiten im Radverkehr können Sie die Seite des BMDV besuchen.