In der Neuturmstraße 3 in München, wo Tradition auf Modernität trifft, plant der 22-jährige Valentin Blum, die einzige Getreidemühle der Stadt, die Kunstmühle Jakob Blum, zu übernehmen. Sein Ziel ist klar: Die Mühle, die täglich 35 Tonnen Weizen verarbeitet und das Mehl in 25- oder 50-Kilo-Säcken abfüllt, soll weiterhin im Familienbesitz bleiben. „Wir haben nie daran gedacht, die Mühle zu verkaufen“, so die Blum-Familie, die tief mit dem Beruf des Müllers verbunden ist. Die Mühle mahlt sechs Tage die Woche und wird durch Denkmalschutzmaßnahmen unterstützt, was angesichts der traditionellen Bedeutung der Mühlen in Bayern ein Glücksgriff ist. Laut tz.de fühlt sich Valentin besonders dem Müllerhandwerk verpflichtet und hat dafür sogar eine Ausbildung zum Müller absolviert und sich mittlerweile zum Meister qualifiziert.
Ein weiterer erfreulicher Aspekt ist Valentins jüngster Erfolg bei den „MühlenMasters 2023“. Bei diesem prestigeträchtigen Wettbewerb, der am 13. Oktober in der Hemelter Mühle stattfand, setzte sich Valentin gegen zahlreiche andere talentierte Müllen durch und wurde als bester Nachwuchsmüller Deutschlands ausgezeichnet. Die Konkurrenz war nicht ohne – Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz traten gegeneinander an, doch das Glück war auf Valentins Seite. Der zweite Platz ging an Timm Peters von der Saalemühle in Sachsen-Anhalt, während Raffael Gruber von der Farina Mühle aus Graz, Österreich, den dritten Platz belegte. Diese Auszeichnung zeigt, dass die Zukunft der Müller in guten Händen ist, und das nicht nur in München. Jan Cordesmeyer, Geschäftsführer der Hemelter Mühle, gratulierte Valentin und wies auf die wichtige Rolle der Müller hin: „Die Verantwortung für die Versorgung der Menschen mit sicheren, gesunden und nachhaltig hergestellten Lebensmitteln obliegt uns“, betonte er.
Ein Familienbetrieb mit Herzblut
Valentins Familie führt nicht nur die Mühle, sondern betreibt daneben auch eine Bäckerei und einen Mehlladen, die eine feste Größe in der Münchner Altstadt darstellen. „Es ist schön zu sehen, wie die Kunden auf unser Produkt reagieren“, berichtet Valentin mit einem Lächeln. Von Pizzabäckern bis hin zu traditionellen Bäckereien – die Mühle liefert an ein breites Spektrum an Kunden, darunter sogar einen Pizzabäcker aus der Slowakei. Diese breite Kundenbasis sorgt dafür, dass die Mühle weiterhin floriert und die Blums die Leidenschaft für das Müllerhandwerk durch die Generationen hinweg leben können.
Führungen durch die Mühle sowie Backkurse erfreuen sich großer Beliebtheit. Hier können Interessierte nicht nur einen Blick hinter die Kulissen werfen, sondern auch selbst Hand anlegen und das Mühlenhandwerk hautnah erleben. „Es ist wichtig, den Menschen die Tradition und die Kunst des Müllerhandwerks näherzubringen“, erklärt Valentin. Er pendelt zwischen seiner Jurastudium an der Universität und der Mühle, was kein leichtes Unterfangen ist, doch sein Engagement ist unübersehbar.
In Deutschland gibt es derzeit noch 170 meldepflichtige Getreidemühlen, 49 davon befinden sich in Bayern. In diesem Bundesland werden jährlich etwa 1,4 Millionen Tonnen Getreide gemahlen. Die Kunstmühle Jakob Blum dürfte hier eine ganz besondere Rolle spielen, nicht zuletzt dank der Hingabe und der Leidenschaft, die Valentin in das Familienunternehmen einbringt. Die Zukunft des Müllerhandwerks in München scheint damit gesichert, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Kunstmühle weiterentwickeln wird. Weitere Informationen über den Beruf des Müllers und dessen Bedeutung finden Sie auf der Webseite mueller-in.de.